Archiv

Patienten-Unterstützung

Der Allgemeine Patienten-Verband e.V. - nachfolgend als Verband bezeichnet - ist mit Abstand der größte und älteste, auf Patientenschutz  spezialisierte Verbraucher-Verband.

Der Verband ist aus einer Arbeitsgruppe entstanden, die sich im Jahre 1973 nach schweren, teils tödlichen Medizinschäden am Marburger Universitätsklinikum gebildet hatte. Nach Kontaktaufnahme mit Bundesrichter a.D. Karl-Johann Schmidthalt vom Bundessozialgericht in Kassel wurde die Institutionalisierung der Patientenschutz-Tätigkeit als Verein beschlossen und der Verband mit dem ersten Präsidenten Schmidthals nach Gründung im Jahre 1975 beim Registergericht als Idealverein eingetragen. 1976 erfolgte die Anerkennung der Gemeinnützigkeit wegen Förderung der Gesundheitspflege.

Der jetzige Präsident  - der Arzt Christian Zimmermann -  hat den früheren Präsidenten Schmidthalt in medizinischen Fachfragen beraten und wurde wegen seines Engagements für geschädigte Patienten nach dem Tod von Herrn Schmidthals zum weiteren Präsidenten des Verbandes gewählt.

Ziel des Verbandes ist es, die Mißstände im Medizinbetrieb  - Ursache von Patientenschäden -  zu beseitigen, damit nachfolgende Patienten nicht unveränderte Verhältnisse vorfinden und dadurch weitere Patientenschäden vorprogrammiert sind. Im Rahmen dieses Ziels berät und unterstützt der Verband auch bereits geschädigte Patienten, die erst nach Schadenseintritt beitreten.

Die Patientenberatung erfolgt bei dem Verband durch ärztliche und anwaltliche Experten, die aufgrund ihrer Fachkenntnis in der Lage sind, die Patienten sachgerecht zu unterstützen. Bei berechtigten Vorwürfen gegen Ärzte übernimmt der Verband die Organisation der Hilfe und hält Patienten bei ggf. unberechtigten Vorwürfen gegen Ärzte von einem aussichtlosen Vorgehen ab. Auch damit wird den Patienten geholfen, denn es wird vermieden, daß die Patienten aussichtslose Prozesse führen.

Der Arzt-Patienten-Vertrag ist ein Dienstvertrag höherer Art. Der Arzt schuldet keinen Erfolg, sondern lediglich eine sachgerechte Dienstleistung. Ob ein unerwünschter Krankheitsverlauf auf Schuld oder Schicksal zurückzuführen ist, kann der Patient in aller Regel mangels Fachkenntnis bei den komplexen medizinischen Sachverhalten eines Kunstfehlerverdachtes nicht entscheiden. Hier braucht der Patienten Expertenrat, der von dem Verband gewährleistet wird.

Der Verband hat in den vergangenen 30 Jahren mehr als 10 000 Patienten beraten und betreut - vielfach mit durchschlagendem Erfolg.

Dazu einige Beispiele:
  • Der von Verband hat mit seinen Experten für die Familie Jankert nach einem schweren Geburtsschaden, durch welchen das Kind und die Mutter erheblich geschädigt wurden, materiellen und immateriellen Schadensersatz durchgesetzt, der sich insgesamt auf mehr als 1 Millionen € summiert - eine der höchsten bisher erreichten Summen nach Kunstfehlern in der Bundesrepublik.

  • Der Verband hat mit seinen Experten nach der Tötung der Patientin Ulrike Schmidt durch eine unsachgemäß durchgeführte Narkose nicht nur hohe Schadensersatz- und Schmerzensgeldforderungen in Millionenhöhe für die Familie durchgesetzt, sondern auch eine strafrechtliche Verurteilung der Ärzte erreicht. Auch darüber wurde bundesweit in allen Massenmedien berichtet.

  • Der Verband hat mit seinen Experten für Herrn Wilbert G. Schmidt nach einer fehlerhaften Operation mit einer Vielzahl von dadurch notwendigen Folge-Operationen materiellen und immateriellen Schadensersatz in Höhe von 400 000.- € erreicht.

  • Der Verband hat mit seinen Experten für Frau Gisela Iffland, bei der wegen einer verspätet erkannten Infektion ein Bein amputiert werden mußte, 300 000.- € Schadensersatz und Schmerzensgeld durchgesetzt.

  • Der Verband hat mit seinen Experten für Herrn Roland Müller, bei dem nach einer mißlungenen Umstellungs-Osteotomie der Unterschenkel amputiert werden mußte, materiellen und immateriellen Schadensersatz in Höhe von rund 200 000.- € durchgesetzt.

  • Der Verband hat mit seinen Experten für den Herrn Klaus-Peter Löser, der 9 Jahre lang zu Unrecht in der Psychiatrie eingesperrt worden war, materiellen und immateriellen Schadensersatz in Höhe von mehr als 200 000 € durchgesetzt. Dieser Erfolg hat bundesweit Furore gemacht und zu umfangreichen Berichten in den Massenmedien geführt.

Patienten-Information

Der Verband kann nach mehr als 35-jähriger Tätigkeit  auch durchschlagende Erfolge bei der Förderung seiner gesundheitspolitischen Zielsetzung beweisen.

Dazu werden die nachfolgende Beispiele aufgeführt. Zum Verständnis der Sache wird zu den Zielen des Verbandes folgendes ausgeführt:

Der Verband ist ein Vertreter einer wissenschaftlich begründeten Medizin. Es geht dem Verband insbesondere darum, im Interesse der Glaubwürdigkeit der medizinischen Wissenschaft strukturelle und organisatorische Mißstände im Gesundheitswesen zu beseitigen, damit die Ursache von Behandlungsfehlern beseitigt wird und das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient erhalten bleibt oder wiederhergestellt wird, denn dieses Vertrauensverhältnis ist ein wesentlicher Faktor der Heilung.

Nur ein Narr wird den Wert einer sachgerechten ärztlichen Behandlung bestreiten. Die Möglichkeiten der modernen Medizin grenzen ans Wunderbare: Blinde können wieder sehen, Lahme wieder gehen und Krankheiten sowie Seuchen, die früher unweigerlich zu Siechtum um Tod führten, wurden besiegt.

Das ist die helle Seite der modernen Medizin. Es gibt aber leider auch eine dunkle Seite, die durch gravierende strukturelle und organisatorische Mängel gekennzeichnet ist und immer wieder zu schweren, vermeidbaren Schäden bei Patienten führt.

Die insoweit durchaus berechtigte Kritik an unserem Medizinbetrieb darf allerdings nicht dazu führen, daß "das Kind mit dem Bade ausgeschüttet" wird und sachgerecht tätige Ärzte, die trotz Anwendung der gebotenen Sorgfalt einen unerwünschten Geschehensablauf nicht verhindern konnten, von Querulanten als vermeintlicher Schädiger oder gar als vermeintlicher Straftäter verfolgt, geschmäht und diffamiert werden.

Dem Verband geht es bei der Verwirklichung seiner gesundheitspolitischen Zielsetzung darum, die Unzulänglichkeiten unseres Gesundheitswesen mit berechtigter Kritik deutlich zu machen und dadurch deren Beseitigung zu erreichen.

Mit dieser Zielsetzung veröffentlichte der Verband die "Patienten-Zeitung".


Patientenzeitung

   Die Patientenzeitung ging in das von dem Verband weiterentwickelte "Patientenschutz-Jahrbuch"  über.
 
Patientenschutzjahrbuch

Nach der Digitalisierung der Informationen des Verbandes in dem Internetauftritt werden die aktuellen Mitteilungen jeweils unter www.patienten-verband.de ins Internet gestellt und zeitnah aktualisiert, damit sich jeder ein Bild von Zielen und Tätigkeit des Verbandes machen kann.

Der Verband veröffentliche desweiteren 1986 als Herausgeber das Buch "Ärztefehler - pfuschen und vertuschen" im renommierten Fischer-Verlag.

Ärztefehler - Pfuschen und Vertuschen

Das Buch wurde im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet und hat den Verband auch über die Bundesrepublik hinaus bekannt gemacht.

Der Verband beriet Vertrauens-Anwälte des Verbandes bei der Herausgabe des Buches "Patientenrechte" und schrieb zusammen mit einem kritischen Arzt, dem Dr. med. Niels Auhagen, dort das Vorwort.

Buch Patientenrechte


Der Verband hat die Journalistin des Vertrauens des Verbandes, Frau Linda Amon, bei der Herausgabe des Buches "Todesfalle Krankenhaus" beraten und wesentliche fachliche Informationen für dieses Buch geliefert. Ein Kapitel befaßt sich mit den Erfahrungen des Verbandes, weitere Kapitel mit den Erfolgen des Verbandes und dessen gesundheitspolitischer Zielsetzung.

Buch Todesfalle Krankenhaus

Der Verband organisierte vielfältige Tagungen zu Problemen unseres Gesundheitswesens im allgemeinen und zur Problematik ärztlicher Behandlungsfehler im besonderen in Marburg, so u.a. einen Kongreß mit Unterstützung der Fachschaft Medizin der Universität.

Nach weiteren Beteiligungen des Verbandes an Patientenschutz-Tagungen in Berlin, Hamburg, Bremen und Kassel mit internationaler Beteiligung hielt der Verband im Jahre 2003 bei einer Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll zum Thema "Ärztliches Handeln im Recht - politische Perspektiven" den Vortrag "Mißstände im Patientenrecht". Die Kongreßvorträge wurden als Buch veröffentlicht.

Internationale Verbindungen

Der Verband nahm 1991 am Weltkongreß für Medizinrecht in Gent/Belgien teil und hielt einen Vortrag über die deutsche Patientenschutzbewegung, der in die Kongreßberichte aufgenommen wurde.

Desweiteren knüpfte der Verband Kontakte zu internationalen Experten. Zusammen mit Repräsentanten anderer europäischer Patienten-Verbände gründete er 1992 in London den Europäischen Patienten-Verband.


Auszug aus dem Bericht über die Tagung in London, Vorstandsmitglieder des Europäischen Patienten-Verbandes.
Europäischer Patientenverband

Der Europäische Patienten-Verband wurde in Brüssel eingetragen und unterhält seither dort ein Verbindungsbüro.

Veröffentlichung im Oeckl, Taschenbuch des öffentlichen Lebens, Europa und internationale Zusammenschlüsse.
Oekel 2007

Der Präsident des Verbandes wurde zum Vize-Präsident des Europäischen Patienten-Verbandes gewählt und erhält in dieser Funktion von europäischen Institutionen vielfältige Informationen und Einladungen zu europäischen Veranstaltungen.
Europäische Veranstaltung Bayerns
Europäische Veranstaltung Bayerns

Da die besondere Kenntnis des Verbandes auf dem Gebiet gesundheitspolitischer Zielsetzung und ärztlicher Behandlungsfehler nunmehr auch europaweit bekannt ist, erhält er auch aus dem europäischen Ausland diesbezügliche Anfragen. Beispielhaft wird auf die Anfrage der belgischen Patientin Patricia Kinart verwiesen.

Anfrage Patricia Kinart

 

Desgleichen erhält der Verband auch Anfragen von europäischen Anwälten, die im Patienten- und Medizinschadensrecht tätig sind. Beispielhaft wird auf die Anfrage des britischen Rechtsanwaltes Davies verwiesen.

Anfrage Davies and Partner

Fernsehsendungen

Der Verband hat insgesamt an 48 größeren Diskussionsrunden im Fernsehen mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Gesundheitswesen teilgenommen, zuletzt mit jeweils rund einstündigen Sendungen bei

  • ARD, Allgemeine Rundfunkanstalten Deutschlands, mit der Moderatorin Sandra Maischberger am 31.01.2006,
  • PHOENIX, dem Parlamentskanal des Bundestags, mit der Moderatorin Gaby Dietzen am 16.03.2006,
  • ZDF,  Zweites Deutsches Fernsehen, mit dem Moderator Johannes B. Kerner am 15.11.2005.
Zu diesen o.a. letzten drei großen Sendungen wird zur Verdeutlichung der Ziele und der Tätigkeit des Verbandes folgendes ausgeführt:

(1)

Jährlich sind 100 000 Medizinschäden mit rund 25 000 Todesfällen zu beklagen. Ein aktuelles Beispiel für tödliche Kunstfehler ist der Tod des bundesweit bekannten Fernsehmoderators Bodo Hauser, bei dem bei einer Erstoperation ein Gefäß verletzt und sodann die erforderliche Revisionsoperation nicht rechtzeitig vorgenommen wurde, so daß Bodo Hauser verblutete. Die Massenmedien haben ausführlich darüber berichtet. Der Verband hat in der o.a. bundesweit ausgestrahlten, mehr als einstündigen Fernsehsendung in einer Diskussionsrunde mit hochrangigen Persönlichkeiten  - u.a. mit Rechtsanwälten und dem Vertreter der Ärztegewerkschaft "Marburger Bund", Herrn Dr. med. Mitrenga -  zum Tod von Bodo Hauser sowie zur Kunstfehler-Problematik Stellung genommen.

Fernsehsendung in der ARD, mit der Moderatorin Sandra Maischberger, Sendung vom 31.01.2006
Einladung Maischberger

Diese jetzt zunehmend ins öffentliche Bewußtsein gedrungenen und öffentlich diskutierten Mißstände unseres Medizinbetriebs hat der Verband schon vor 30 Jahren kritisiert.

(2)

Jedes Jahr werden in der Bundesrepublik nach den Angaben von Transparency International bis zu 20 Milliarden € durch Korruption verschleudert. Bekanntestes Beispiel dafür ist der Herzklappenskandal, bei dem ein krimineller Ärzteklüngel die Herzklappen für 1500.- € einkaufte, sodann den Kassen für 3000.. € in Rechnung stellte und die Differenz in die eigene Tasche steckte. Transparency International kommt zu dem Schluß, daß es in unserem Gesundheitswesen keine finanziellen Probleme gäbe, wenn die Korruption wenigstens eingedämmt, besser noch beseitigt werden könnte. Dann könnten auch die angestellten Ärzte besser bezahlt werden und Ärztestreiks wären überflüssig. Der Verband hat in der o.a. bundesweit ausgestrahlten, knapp einstündigen Fernsehsendung in einer Diskussionsrunde mit hochrangigen Persönlichkeiten, nämlich dem Vorsitzenden der Ärztegewerkschaft "Marburger Bund", Dr. med. Montgomery sowie dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. jur. Jörg Robbers, zum Ärztestreik, zur Korruption im Medizinbetrieb sowie zu diesen und weiteren finanziellen Problemen unseres Gesundheitswesens Stellung genommen.

Fernsehsendung PHÖNIX, dem Parlaments-Kanal des Bundestages, mit der Moderatorin Gaby Dietzen, Sendung vom 16.03.2006
Anfrage Phoenix


(3)

Jährlich werden in der Bundesrepublik nachweislich des Gutachtens der konzertierten Aktion im Gesundheitswesen zu Über-, Fehl- und Unterversorgung weitere 20 Milliarden € durch unsachgemäße, indikationslose Leistungsausweitung zum Zweck der ärztlichen Honorarsteigerung verschwendet. Bekanntestes Beispiel dafür die Tatsache, daß bei uns doppelt so viel geröntgt wird wie in Schweden. Dafür gibt es keine medizinische sondern nur eine finanzielle Erklärung. Der Verband hat in der o.a. bundesweit ausgestrahlten, gut  einstündigen Fernsehsendung in einer Diskussionsrunde mit hochrangigen Persönlichkeiten wie der Ärztin und Fernsehjournalistin Dr. med. Koch und dem SPIEGEL-Redakteur Jörg Blech - dem SPIEGEL-Korrespondenten in Boston, USA, der das Buch "Heillose Medizin" verfaßt hat -  zur unsachgemäßen Leistungsausweitung zwecks Honorarsteigerung und den daraus resultierenden Gefahren für unser Gesundheitswesen Stellung genommen.

Beweis: Fernsehsendung im ZDF, mit dem Moderator Johannes B. Kerner, Sendung vom 15.11.2005Anfrage Kerner

Die Mißstände im deutschen Medizinbetrieb lassen sich letztlich nur durch gesundheitspolitische Maßnahmen beheben. Das ist das auch in der Öffentlichkeit anerkannte Ziel des Verbandes.

Der Verband hat ein ausführliches gesundheitspolitisches Programm erarbeitet und ist ständig im Presse, Funk und Fernsehen präsent.Der Verband hat neben seinen zahlreichen Fernsehauftritten unzählige Radio-Interviews gegeben und wurde und wird laufend in der Presse zitiert. 

Ärztestreik

Ein Beispiel für die gesundheitspolitische Tätigkeit des Verbandes ist der Artikel in der überregionalen "Frankfurter Allgemeine Zeitung", in welchem die gesundheitspolitische Auffassung des Verbandes u.a. zum Ärztestreil dargelegt wird (rechte Spalte des Artikels).

"Frankfurter Allgemeiner Zeitung" vom 19.07.2006

FAZ

Auch in der regionalen Presse wie in der "Thüringer Allgemeinen" ist über die gesundheitspolitische Auffassung, u.a. zum Ärztestreik, berichtet worden (Artikel in der Mitte).

"Thüringer Allgemeine" vom 13.05.2006Thüringer Allgemeine

Ebenso wie in der Presse der neuen Bundesländern ist auch in der Presse der alten Bundesländern über die gesundheitspolitische Auffassung des Verbandes, u.a. zum Ärztestreik, berichtet worden.

"Braunschweiger Zeitung" vom 15.08.2007

Braunschweiger Zeitung

Gesundheitspolitik

Der Verband ist bei seinen gesundheitspolitischen Bestrebungen nicht nur aktuell sondern auch schon früher in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in der Öffentlichkeit und den Massenmedien  aufgetreten, um seine Ziele zur Verbesserung unseres Gesundheitswesens zu propagieren. Einige Beispiele insbesondere zur früheren gesundheitspolitischen Tätigkeit des Verbandes werden nachfolgend in einem Auszug aus dem Pressespiegel des von dem Verband geleiteten Allgemeinen Patienten-Verbandes wie folgt angefügt:

Die renommierte Wochenzeitschrift "DIE ZEIT" schreibt in ihrer Ausgabe vom 25.03.99, Nr. 13, 54. Jahrgang auf S. 17 ff. über den Verband folgendes:


Ein Arzt für alle Fälle

Er kam bei Nacht und Wind, wenn seine Patienten nach ihm riefen. Der aufopferungsvolle Hausarzt ist ein Mythos aus der guten alten Zeit. Jetzt will Rot-Grün ihn wiederbeleben. Eine sinnvolle Idee? ...

Ausgerechnet die rot grüne, nicht etwa eine konservative Bundesregierung möchte den verblaßten Mythos der Ganzheitlichkeit nun neu beleben. Die Koalition will das Gesundheitswesen reformieren und dabei den Hausarzt stärken. ...

Doch das Reizwort "Primärarzt" kommt in den "Eckpunkten" zur Reform nicht vor, das Papier enthält kaum mehr als pauschale Absichtserklärungen. ...

Doch kann der Hausarzt die ihm zugedachte Rolle ausfüllen? Ist er dafür hinreichend qualifiziert? Und wird der Patient nicht entmündigt, wenn er immer erst einen Hausarzt aufsuchen soll? "Wir sind da hin  und hergerissen", sagt Christian Zimmermann, Vorsitzender des Allgemeinen Patienten Verbands. "Der Facharzt, der zum Fachidioten geworden ist, ist ebenso eine Gefahr wie der Hausarzt mit fehlenden Fachkenntnissen." Mit Hausärzten machte Zimmermann, selbst Arzt, der sich auf Gutachten über ärztliche Kunstfehler spezialisiert hat, immer wieder schlechte Erfahrungen: "Sie halten Patienten zu lange. Notwendige Therapien unterbleiben deshalb oder erfolgen zu spät." In einem Fall habe ein Hausarzt zu lange an einem Hörsturz herumgedoktert, statt den Patienten sofort zum Spezialisten zu schicken. Der Mann ist heute auf einem Ohr taub. In einem anderen Fall habe ein Hausarzt einen Herzinfarkt für eine Grippe gehalten. Der Patient sitzt heute im Rollstuhl.

Weniger Hybris als schlechte Bezahlung sind nach Zimmermann an derlei Verantwortungslosigkeit schuld. Um auf ihre Kosten zu kommen, behandelten Hausärzte alles, was sich in ihre Praxis verirrt. Jede Überweisung zum Facharzt berge die Gefahr, daß der Patient "vom Feindflug nicht mehr zurückkehrt", wie es unter Hausärzten heißt. Für die ganzheitliche Diagnostik, wie sie den Verfechtern des Hausarztmodells vorschwebt, hätten die Hausärzte gar keine Zeit. Zimmermann plädiert deshalb dafür, daß Patienten selbst entscheiden sollten, ob sie einen Facharzt aufsuchen wollen oder nicht, vor allem, wenn die Entscheidung offenkundig ist wie beim Augenarzt oder Gynäkologen. Andernfalls berge das Hausarztmodell die Gefahr, daß die ambulante Versorgung noch teurer werde.

Beweis: Wochenzeitschrift "Die Zeit", Ausgabe vom 25.03.99, Nr. 13, 54. Jahrgang auf S. 17 ff.
               

Das Bundesgesundheitsministerium hatte den von dem Verband geleiteten Verband schon früher in die Beratungen über die vorgesehene Gesundheitsreform einbezogen und "mit freundlicher Empfehlung" die dafür von den Koalitionsparteien entwickelten "Eckpunkte" zur Gesundheitsreform vom 08.03.99 an den von dem Verband geleiteten Verband übersandt.

In dem Vorwort zu den "Eckpunkten" schreibt die damalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer in den Anfangs- und Schlußsätzen folgendes :


Vorwort

Die Versicherten und Patienten haben bei den bisherigen Reformen im Gesundheitswesen kaum eine Rolle gespielt. Jetzt stehen sie bei der Strukturveränderung der gesundheitlichen Versorgung erstmals im Mittelpunkt....

In den nächsten Wochen werden wir auf der Grundlage der Eckpunkte einen breiten Dialog mit den Beteiligten führen. Besonders kommt es uns darauf an, die Versicherten selbst, die Patienten und ihre Organisationen wie z.B. Selbsthilfegruppen einzubeziehen.

Andrea Fischer
Bundesministerin für Gesundheit"

Beweis: wie vor, S. 3

Der Verband hat als Gast an einer Sendung bei Sabine Christiansen in Berlin teilgenommen. Weitere Gäste waren u.a. die Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer und hochrangige Gesundheitspolitiker. Die Moderatorin Sabine Christiansen bedankte sich mit Schreiben vom 14.12.98 bei dem Verband für die Teilnahme an der Sendung wie folgt:


Sehr geehrter Herr Zimmermann,

auf diesem Wege möchten wir Ihnen für Ihren Auftritt bei "Sabine Christiansen" am letzten Sonntag nochmals herzlich danken.

Unsere Zuschauer haben einen überaus interessanten Abend am Bildschirm verfolgen können. Die Einschaltquote war dementsprechend hoch. 4,64 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 18,0%.

Wir hoffen, daß Ihnen dieser Abend ebenso gefallen hat wie uns.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Sabine Christiansen.


Beweis: Schreiben der Moderatorin Sabine Christiansen vom 14.12.98

Der Verband hat an zahlreichen weiteren Sendungen zur Gesundheitspolitik und / oder zur Behandlungsfehlerproblematik als Gast teilgenommen, so u.a. in Focus-TV mit Bundesverfassungsrichter a.D. Dr. Simon, in der ARD mit dem sächsischen Gesundheitsminister, in einer anderen ARD-Sendung mit der bayerischen Gesundheitsministerin, desweiteren in Sendungen in Spiegel-TV, in Stern-TV, desweiteren in so gut wie allen Diskussions-Runden, z.T. mehrfach, so u.a. bei Hans Meiser, Ilona Christen, Arabella Kiesbauer, Gyby Dietzen,  Günter Jauch, Johannes B. Kerner, Sandra Maischberger..


Nicht nur in den überregionalen, sondern auch in zahlreichen regionalen Massenmedien, so u.a. in Radiosendungen und regionalen Zeitungen ist von dem Verband, über den Verband und in Interviews mit dem Verband berichtet worden.

Beispielhaft wird auf ein ausführliches Interview mit dem Verband in der Aachener Zeitung vom 26.03.99, 56 Jahrgang, hingewiesen:


"Wenn alle gesund wären, gingen die Ärzte pleite"

Patientenschützer: falsche Leistungsanreize

"Bei ärztlichen Behandlungsfehlern werden zu oft Gefälligkeitsgutachten erstellt", sagt Christian Zimmermann, der Vorsitzende des Allgemeinen Patienten-Verbandes (Marburg) im Gespräch mit AZ-Redakteurin Maria Enders. Sein Verband fordert von Bonn die Einrichtung eines unabhängigen Forschungszentrums für Medizinschäden. Die Umstellung des Vergütungssystems für Ärzte, lebenslange Anstellung von Fachärzten im Krankenhaus statt Niederlassungszwang in Praxen und die Beseitigung des Chefarztsystems sind weitere Forderungen der Patientenorganisation.


Beweis: Aachener Zeitung vom 26.03.99, 56 Jahrgang

Desweiteren schreibt beispielsweise die "Oberhessische Presse" vom 08.04.99, 134. Jahrgang, Nr. 81, über den Verband folgendes:


Kranke klagen: Ärzte haben zu wenig Zeit

OP sprach mit Marburger Professor und dem Patienten-Verband.

Marburg. Patienten-Verbände in Deutschland klagen, daß Kranke von medizinischen Entscheidungen oft überrollt werden: Sie fordern bessere Informationen.

"Wir haben häufig Beschwerden von Patienten, die sich gerade vor einer Operation nicht richtig über die Risiken aufgeklärt fühlen", sagte Christian Zimmermann, Präsident des Allgemeinen Patienten-Verbandes in Marburg, auf Anfrage der Oberhessischen Presse.

Dabei müsse der Arzt vor komplizierten Eingriffen dem Patienten bis zu einer halben Stunde Zeit widmen, um ihn über mögliche Risiken aufzuklären. Das verlange der Bundesgerichtshof.

"Patienten sollten auf ihrem Recht bestehen und sich vor dem Gespräch möglichst genau aufschreiben, welche Fragen sie im einzelnen noch haben", rät der Verbandespräsident. Wer Zweifel an der Diagnose habe, sollte in jedem Fall die Meinung eines weiteren Arztes einholen.

Dazu rät auch Professor Andreas Neubauer ...
Beweis:"Oberhessische Presse" vom 08.04.99, 134. Jahrgang, Nr. 81

Die "Neue Marburger Zeitung" vom 25.03.99, 3. Jahrgang, Nr. 83, schreibt über den Verband folgendes:

Allgemeiner Patienten-Verband kritisiert

Beschäftigte zahlen Preis für versäumte Reformen

Marburg (jo) "Es ist ein unmöglicher Zustand, daß wieder am falschen Ende gespart werden soll". So kommentierte gestern Christian Zimmermann, Sprecher des "Allgemeinen Patientenverbands e.V." in Marburg den Stand der Tarifverhandlungen für den Krankenhausbereich. Jedoch: So unerfreulich die Situation für die Beschäftigten im Pflegedienst ist, dürfe man nicht übersehen, daß Einsparungen eigentlich nicht nötig wären. Es sei genug Geld vorhanden, um das Gesundheitswesen zu bezahlen. Es werde nur seit Jahren mit "vollen Händen zum Fenster hinausgeworfen", so Zimmermann.

Die Misere im Gesundheitswesen sei großenteils hausgemacht. Seit Jahren würden dringend nötige Reformen aufgeschoben. Wegen der daraus resultierenden Verschwendung fehle nun das Geld, mit dem vernünftige Verhältnisse im sozialen Bereich bezahlt werden könnten.

Verschwendung durch Kunstfehler

Als Beispiel für Verschwendung im Gesundheitswesen nannte Zimmermann die Zahl der ärztlichen Kunstfehler. Er sprach von jährlich rund 100 000 Fällen, rund 25 000 davon mit tödlichem Ausgang. Würden die Krankenkassen es ablehnen, die Kosten für diese Fehlbehandlungen zu tragen, könnten sie Milliarden sparen, so der Sprechers des Patientenverbands.

Weitere Beispiele: die zu hohe Zahl von Krankenkassen (bundesweit etwas 600) und die mangelnde Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung.

Als augenfälligen Beleg für die Verschwendung im Gesundheitswesen nannte Zimmermann die Preise für "reimportierte" Medikamente: Werde ein Medikament eines deutschen Herstellers ins Ausland verkauft und anschließend wieder nach Deutschland eingeführt, so ist es billiger, als würde es direkt - ohne den Umweg über das Ausland - angeboten.

Dies spricht nach Ansicht Zimmermanns dafür, daß die deutschen Pharma-Hersteller unverschämt hohe Gewinnspannen haben."
Beweis: "Neue Marburger Zeitung" vom 25.03.99, 3. Jahrgang, Nr. 83
 

Die AOK und selbst die Ärztekammer Berlin, die im Gegensatz zu den meisten anderen Ärztekammern gesundheitspolitischen Neuerungen aufgeschlossen gegenübersteht, hat dem gesundheitspolitischen Programm zur Organisation unseres Gesundheitswesen, das von dem Allgemeinen Patienten-Verband unter Federführung des Verbandes im Rahmen eines Ideenwettbewerbs erarbeitet wurde, ihren Respekt bekundet und ihre entsprechende Anerkennung als Urkunde überreicht.

Beweis: Urkunde von AOK und Ärztekammer Berlin vom 30.03.99

Das Verbraucher-Magazin "DM", eine Monatszeitschrift, Heft 4, April 1999, S. 48 ff. hat in einem sehr sorgfältig recherchierten Artikel zur Behandlungsfehlerproblematik die Situation in der Bundesrepublik dargestellt und im Rahmen dieses Artikels den Verband wie folgt zitiert:


Märkte und Chancen   Ärztepfusch - Halbgötter im Zwielicht...

Die Spurensuche gestaltete sich für Anwälte, Richter und Staatsanwälte noch bis vor wenigen Jahren außerordentlich schwierig. Immer noch fallen medizinische Gutachten parteiisch aus, was früher sogar durch die ärztliche Berufsordnung gefördert wurde. Nachdem das Standesrecht der Ärzte entschärft wurde, wandelte sich auch die Situation vor Gericht. Immer mehr Gutachter lehnen es ab, Kollegen um jeden Preis zu schonen.

Trotz aller patientenfreundlichen Tendenzen: Arzthaftungsprozesse sind juristische Dauerbaustellen. Sie können leicht zehn Jahre dauern und teuer werden. Die Streitwerte sind oft beträchtlich, Anwalts- und Gerichtsgebühren summieren sich schnell auf fünfstellige Beträge.

Um das Kostenrisiko in Grenzen zu halten, rät Christian Zimmermann, Präsident des Allgemeinen Patienten-Verbandes: "Patienten sollten nicht sofort zum Anwalt laufen, sondern sich - so paradox es klingt - zuerst einen vertrauenswürdigen Arzt suchen." Nur durch eine medizinisch-sachverständige Prüfung könne festgestellt werden, ob der behandelnde Arzt einen Fehler begangen hat und der Patienten dadurch geschädigt wurde.


Beweis: Verbraucher-Magazin "DM", Monatszeitschrift, Heft 4, April 1999, S. 48 ff

Der Verband ist die größte Verbraucherschutz-Verband mit der längsten Erfahrung von mehr als 30 Jahren.


Forschungszentrum

Das Ziel des Verbandes ist die Einrichtung eines Forschungszentrums für Medizinschäden, das  - über die konkrete Begutachtung von Behandlungsfehlern hinausgehend -  ein bundesweites Kunstfehler-Register erstellen und die politischen Instanzen bei der Beseitigung von Mißständen im Medizinbetrieb beraten soll. Deshalb hat sich der Verband von Anfang an intensiv in die gesundheitspolitische Diskussion eingeschaltet. Bereits unter dem früheren Bundesgesundheitsministern, u.a. von  Seehofer wurden wesentliche Veränderungen im Gesundheitswesen vorgenommen, die nach dem Regierungswechsel von Kohl zu "Rot-Grün" mit Schröder/Fischer und der Gesundheitsministerin Andrea Fischer sowie später von Ulla Schmidt und dem jetzigen Gesundheitsminister Dr. med. Rösler z.T. modifiziert, z.T. fortgesetzt wurden.

Im Zusammenhang mit den o.a. gesundheitspolitischen Bestrebungen pflegt der von dem Verband geleitete Verband internationale Kontakte, u.a. zur Harvard-Universität.

Anschreiben von Prof. Dr. med. Himmelmann vom 20.11.1996 (Auszug), Medizinische Fakultät der Harvard-Universität

Harvard

Die Bestrebungen des Verbandes zum Aufbau einer wissenschaftlichen Einrichtung mit dem Ziel der Beseitigung von Mängeln im Medizinbetrieb werden auch in der Bundesrepublik, so u.a. in der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft", anerkannt.

Artikel in der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft", Ausgabe Februar 2004 (Auszug)

Bild der Wissenschaft